Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Treuhänder in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Schenkungssteuer – wie funktioniert sie?

Schenkungssteuer – wie funktioniert sie?

Nicht jeder mag sie: die Schenkungssteuer. Bei ihr handelt es sich um eine Abgabe bei Zuwendungen unter Lebenden. Einfacher ausgedrückt: Wenn du jemandem einen Vermögenswert schenkst und noch lebst, dann gilt die Handlung juristisch als Schenkung. Die Schenkung solltest du daher nicht mit der Erbschaft verwechseln. Was es alles zu beachten gibt, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wer muss bei einer Schenkung Steuern zahlen?

Solltest du der Schenker sein, dann brauchst du keine Steuern zu zahlen. Es sind die Beschenkten, die die Schenkungssteuer entrichten müssen. Genauer gesagt: Wenn einer Person unentgeltlich ein Vermögen zuteil wird, fällt die Steuer an. Erhoben wird sie nicht durch den Bund, sondern von den einzelnen Kantonen. Bei der Entrichtung der Schenkungssteuer zählt dabei der Wohnsitz des Schenkers. Wo der Beschenkte seinen Wohnsitz hat, spielt keine Rolle. Generell kannst du jeder Person eine Schenkung zukommen lassen. Das muss aber nicht bedeuten, dass diese die Steuerfolgen zu tragen haben. Ausgenommen von der Schenkungssteuer ist beispielsweise der Ehepartner des Schenkers. In den meisten Kantonen sind auch die Kinder und Schenkungen von den Kindern an die Eltern nicht steuerpflichtig. Jedoch gibt es einige Ausnahmen und einige Kantone besteuern auch Schenkungen an die Kinder.

Welche Arten von Schenkung gibt es?

Die Schenkung unterteilt sich in mehrere Formen:

  • Handschenkung: Bei der Handschenkung überreicht der Schenker das Objekt von Hand zu Hand. Die Schenkung besteht also aus einem Gegenstand. Diese Art nennt man auch die formfreie Handschenkung oder Realschenkung. Achtung: Grundstücke sind als Handschenkung erst bei einem Grundbucheintrag gültig.
  • Schenkungsversprechen: Bei einem Schenkungsversprechen verpflichtet sich der Schenker zu einer Transaktion. Dabei kann es sich etwa um eine Tilgung von Schulden handeln oder auch um Geld- oder Sachgeschenke.
  • Schulderlassschenkung: Hierbei geht es konkret um den Verzicht auf eine bestehende Forderung.
  • Schuldübernahmeschenkung: In diesem Fall übernimmt der Schenker eine Schuld.
  • Gemischte Schenkung: Diese Schenkungsart ist ein Gegenleistungsgeschäft, bei dem eine Gegenleistung teils entgeltlich und teils unentgeltlich vergolten wird.
  • Erbvorzug: Dies ist eine unentgeltliche Zuwendung, die später beim Erbgang hinzugerechnet wird.
  • Schuldschenkung: In diesem Fall besteht die Zuwendung aus einer Forderung.

Der jeweils steuerpflichtige Teil besteht im erworbenen Nettovermögen, also in allen Zuwendungen abzüglich der Schulden. Der massgebende Wert ist der Vekehrs- oder Kapitalwert. Grundstücke bekommen zumeist einen amtlichen Wert.

Wie können Schenker die Steuerfolgen umgehen?

Die Schenkungssteuerfolgen lassen sich unter anderem dadurch umgehen, dass die Zuwendung an eine gemeinnützige Stiftung geht. Die Steuerbefreiung musst du bei deiner jeweiligen Steuerbehörde beantragen. Eine Rechtsberatung kann helfen nachzuweisen, dass die Stiftung tatsächlich einen gemeinnützigen Zweck verfolgt und keine persönlichen Interessen bestehen. Eine weitere Möglichkeit, die Steuerpflicht zu umgehen, besteht darin, den Kanton zu wechseln. In Luzern entfällt sie zum Beispiel komplett. Ob sich extra dafür ein Umzug lohnt, musst du natürlich selbst entscheiden.

Wie hoch ist die Schenkungssteuer in den jeweiligen Kantonen?

Die Höhe der Steuerfolgen ist von Kanton zu Kanton äusserst unterschiedlich. Die Kantone haben ihre eigenen Erbschafts- und Schenkungssteuerkataloge. Weiterhin gibt es Differenzen in der Behandlung von Beschenkten unterschiedlichen Verwandtschaftsgrats. Geschwister müssen zum Beispiel im Kanton Aargau bis zu 23 Prozent bezahlen. Im Kanton Bern hingegen beträgt die Schenkungssteuer maximal 15 Prozent. Je nach dem Grad der Verwandtschaft fallen bestimmte Freibeträge an. In der Regel sind die Steuerschulden progressiv gestaltet und richten sich neben der verwandtschaftlichen Nähe zum Schenker auch nach der Höhe des Vermögens. In anderen Kantonen ist der Steuersatz linear.

Wann muss ich eine Schenkung beim Steueramt melden?

Die Fristen zur Meldung der Schenkung sind je nach Kanton unterschiedlich. In Zürich zum Beispiel müssen Beschenkte eine Steuerklärung innert von drei Monaten nach dem Zeitpunkt der Schenkung einreichen. Die Steuererklärung müssen sie unaufgefordert dem Amt übergeben. Wie viel Zeit dir bleibt, erfährst du am besten, indem du bei deinem Steueramt nachfragst. Viele Ämter stellen online Formulare zur Einreichung zur Verfügung.

Worin besteht der Unterschied zum Erblasser?

Kantone erheben sowohl die Erbschaftssteuer als auch die Schenkungssteuer. Zumeist sind die Beträge für beide Steuern gleich. Schliesslich hat die Schenkungssteuer unter anderem den Zweck, ein Umgehen der Erbschaftssteuer zu verhindern. Der Unterschied besteht darin, dass die Schenkung zu Lebzeiten des Schenkers stattfindet, während das Erbe nach dem Tod des Erblassers vollzogen wird. Um Streitereien um das Erbe zu vermeiden, können Erblasser ein Testament aufsetzen oder schon zu Lebzeiten die Zuwendungen verteilen.

Was gibt es bei wiederholten Schenkungen zu beachten?

Die Regeln für wiederholte Schenkungen unterschieden sich je nach Kanton. Wichtig sind dabei der Progressionsvorbehalt sowie der Freibetrag. Progressionsvorbehalt bedeutet, dass sich der Steuersatz aus der Summe aller Schenkungen errechnet, die innert einer bestimmten Zeit verschenkt wurden. Am Ende ergeben sich zumeist höhere Steuersätze bei wiederholten Schenkungen. In Kantonen, die die Schenkungssteuer linear berechnen, gibt es keinen Progressionsvorbehalt. Der Freibetrag gilt nur bei der ersten Schenkung. Bei allen weiteren Schenkungen gilt kein Freibetrag mehr.

Der Treuhandvergleich für die Schweiz. Finde die besten Treuhänder in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Jahresrechnung – alles über die Offenlegung des Geschäftserfolgs

Die Jahresrechnung ist eine Rechnungslegung am Jahresende und enthält immer die Bilanz, die Erfolgsrechnung und den Anhang. Letzterer erläutert dabei alle Punkte zu den beiden anderen Protokollen und beinhaltet Informationen, die den Zahlen ansonsten nicht direkt entnommen werden können. Die Jahresrechnung ist damit immer ein gesetzlicher Teil eines Geschäftsberichts und besonders für die Offenlegung von Geschäftsabläufen für private und öffentliche Akteure bestimmt. Alles zu dem wichtigen Vorgang gibt es hier.

Erbschaftssteuer Schweiz – was es zu wissen gibt

Die Erbschaftssteuer in der Schweiz ist ein gutes Beispiel für die rechtliche Freiheit, die die Eidgenossenschaft den einzelnen Kantonen gewährt. So ist die Erbschaftssteuer in der Schweiz keineswegs einheitlich geregelt, sondern unterliegt der kantonalen Selbstbestimmung. Und hier sind es sogar oft die Gemeinden, die unterschiedliche Verfahren anwenden. Die Schenkungssteuer unterliegt dafür meist denselben Regeln. Was du beachten musst, wenn du selber erbst oder zu vererben planst, hängt entsprechend von deinem Wohnort ab. Eng verbunden ist mit der Erbschaftssteuer die Frage, wer eigentlich erbberechtigte Nachkommen sind. Damit alles richtig vonstatten geht, beantworten wir hier einige wichtige Fragen für dich!

Elektronische Veranlagungsverfügung – Fragen und Antworten

Mittlerweile werden viele Dokumente und Verträge nicht mehr schriftlich auf Papier, sondern auf elektronischem Weg ausgestellt. Beim Import und Export von Waren ist das durch die elektronische Veranlagungsverfügung gewährleistet, die von der Zollverwaltung nur noch in dieser Form ausgestellt wird. Aber auch in der Buchhaltung wird die eVV benötigt, damit etwa die Einfuhrsteuer für importierte Güter abgezogen werden kann. Was zuvor in Papierform ausgestellt wurde, ist nun elektronisch möglich und so in der Ausführung wesentlich einfacher.

Die eidgenössische Steuerverwaltung: Was man darüber wissen sollte

Das Steuerwesen ist in den meisten Ländern sehr komplex. In der Schweiz ist die eidgenössische Steuerverwaltung nicht nur für die Regelung des Steuerrechts zuständig, sondern auch für wichtige Steuerfragen. Steuern werden grundsätzlich für Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen erhoben und ermöglichen die Finanzierung der staatlichen Einrichtungen. Die Regulierung ist dabei so festgelegt, dass eine Steuerhinterziehung vermieden wird.

Inkubator: Jungen Unternehmen zu einem guten Start verhelfen

Inkubator ist ursprünglich ein Begriff aus der Medizin, du findest ihn heute aber häufig im Bereich der Wirtschaft. Hier ist er relevant im Zusammenhang mit der Unternehmensgründung beziehungsweise mit einem Startup. Der Inkubator soll in der Phase der Existenzgründung Unterstützung bieten und dem neuen Unternehmen zu einer besseren Entwicklung verhelfen. Er stellt dem Gründer dabei eine Umgebung oder Infrastruktur mit optimalen Bedingungen bereit, damit sich das Unternehmen in der kritischen Anfangsphase schnell auf einen nachhaltigen Wachstumspfad begeben kann. Das Konzept findet heute breite Anwendung und hat sich in vielen Fällen bewährt. Lies hier mehr zu diesem spannenden Thema.

NBU Bedeutung: So funktioniert die wichtige Versicherung bei Nichtberufsunfällen

Wer während eines Ausflugs über einen Stein stolpert und sich dabei das Bein bricht, ist als Arbeitnehmer in der Schweiz automatisch über die NBU versichert. Welche Bedeutung die Nichtberufsunfallversicherung hat und in welchen Aspekten sie sich von der Berufsunfallversicherung unterscheidet, erklären wir dir in unserem Ratgeber. Du erfährst zudem, welche Leistungen die NBU bietet, wie hoch die Lohnabzüge für die NBU sind und wie lange Arbeitnehmende über diese Unfallversicherung geschützt sind.