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Kontenrahmen: wichtiges Gerüst für die Buchhaltung

Kontenrahmen: wichtiges Gerüst für die Buchhaltung

Aufwand, Ertrag, Wertberichtigungen und Abschreibungen präzise verbuchen? Mit einem Kontenplan bist du auf dem richtigen Weg zu korrekter Buchführung. Kontenpläne geben eine Struktur für die Anordnung deiner Geschäftskonten vor. Damit ersparst du dir einerseits die Neuerfindung des Rades. Andererseits folgst du mit einem vordefinierten Kontenrahmen automatisch gängigen Standards und machst es sowohl deinem Steuerberater als auch dem Finanzamt einfacher, deine Buchungen nachzuvollziehen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Kontenrahmen.

Was ist ein Kontenrahmen?

Ein Kontenrahmen definiert systematisch alle Konten in der Buchhaltung. Nach seinen Vorgaben kann in einem Unternehmen ein sogenannter Kontenplan erstellt werden. Dieser enthält jedes einzelne Konto und Angaben dazu, wie es verwendet werden soll, also welche Geschäftsvorfälle hier wie verbucht werden. Dabei lehnt sich der Kontenrahmen an die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Bilanz an. Der Kontenrahmen enthält Kontenklassen und Kontengruppen. Deshalb finden sich hier sowie in der Buchführung Aufwands-, Ertrags- und Bestandskonten. Beispielsweise gibt der Kontenrahmen für kleine und mittelständische Unternehmen vor, dass alle Konten, die mit den Ziffern „89“ beginnen, direkten Steuern zugeordnet sind. Unter der Klasse „68“ haben Abschreibungen und Wertberichtigungen ihren Platz. Ertrag wird in der Hauptgruppe „3“ verbucht.

Warum ist ein Kontenrahmen sinnvoll?

Kontenrahmen ermöglichen eine mehr standardmässige Verbuchung von Transaktionen. Sie geben einen Leitfaden dafür vor, wie Geschäftsvorfälle buchhalterisch abgebildet werden sollen. Dadurch wird es einfacher, verschiedene Betriebe der gleichen Branche miteinander zu vergleichen. Möchte man zum Beispiel den Materialaufwand aller selbstständigen Handwerker eines Industriezweiges vergleichsweise aufstellen, ist dafür lediglich die Gegenüberstellung gleicher Kontengruppen nötig, sofern sich alle an den gleichen Kontenrahmen halten. Dazu sind buchführungspflichtige Unternehmen in unterschiedlichem Masse per Gesetz verpflichtet. Der Grund dafür ist die Überprüfung der Rechnungslegung. Verwenden alle Betriebe verschiedene Modelle, leiden sowohl die innerbetriebliche Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses – etwa für den Vorstand einer Unternehmensgruppe – als auch die Effektivität der Überwachung durch Staat und Wirtschaftsprüfer.

Welche Kontenrahmen gibt es?

So unterschiedlich Unternehmen in verschiedenen Branchen sein können, so unterschiedlich sind auch ihre Geschäftsmodelle und -praxis. Aus diesem Grund finden sich branchen- und betriebsartspezifische Kontenrahmen. Wähle für dein Unternehmen den Kontenrahmen, der zum Typ des Betriebes passt. Dies erleichtert es dir auch, die anfallenden Geschäftsvorgänge korrekt zu verbuchen. Ein gravierender Unterschied kann sein, ob ein Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen anbietet. Ein anderer besteht darin, ob es sich bei dem betreffenden Unternehmen um einen produzierenden Betrieb mit Personalaufwand und Betriebsaufwand handelt oder um eine reine Holding-Gesellschaft mit Beteiligungen als Eigenkapital. Der allgemeine Schweizer Kontenrahmen ist in die folgenden Kontenklassen eingeteilt:

  1. Aktiven
  2. Passiven
  3. Betrieblicher Ertrag
  4. Aufwand
  5. Personalaufwand
  6. Übriger betrieblicher Aufwand
  7. Betrieblicher Nebenerfolg
  8. Betriebsfremder, ausserordentlicher, einmaliger und periodenfremder Aufwand und Ertrag
  9. Abschluss

Wo ist Platz für Aufwand und Ertrag im Kontenrahmen?

Aufwand und Ertrag werden in sogenannten Erfolgskonten gebucht. Das bedeutet, dass sowohl Kosten als auch Umsätze in einem betrieblichen Erfolg resultieren. Entweder erhöhen sie das Betriebsergebnis (Ertrag) oder verringern es (Aufwand). Sie gehören zur Gewinn- und Verlustrechnung und haben normalerweise eigene Kontenklassen zur Verbuchung der jeweiligen Transaktionen.

An welcher Stelle buche ich Wertberichtigungen und Abschreibungen?

Abschreibungen fallen normalerweise bei Wertminderung von Anlagevermögen an, beispielsweise aufgrund der Abnutzung von angeschafften Maschinen. Diese werden einerseits als Kosten in der Kontenklasse für Aufwand (Gewinn- und Verlustrechnung) berücksichtigt. Andererseits müssen sie auch in der Bilanz unter Eigenkapital und der entsprechenden Kontenklasse erfasst werden. Denn die Abschreibung vermindert den Restwert des Anlagevermögens und damit das Eigenkapital. Darüber hinaus fallen in vielen Betrieben Wertberichtigungen an. Das kann durch ein Veralten von Lagerwaren geschehen oder durch Verlust im Lager. Spätestens bei einer Inventur fallen diese Differenzen auf. Sie werden dann als Wertberichtigungen gebucht. Genau wie bei Abschreibungen handelt es sich dabei einerseits um Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Andererseits verringern sie den Wert der entsprechenden Bestandskonten wie etwa Handelsware.

An welcher Stelle buche ich Forderungen und Verbindlichkeiten?

Verbindlichkeiten sind Beträge, die dein Unternehmen Lieferanten oder Dienstleistern schuldet. Das können offene Rechnungen für Lieferungen sein, Bankzinsen, offene Leasingraten und andere Verbindlichkeiten. Sie sind als Passiva (Kontenklasse 2) zu verstehen und werden dort als kurzfristiges Fremdkapital verbucht. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Forderungen um offene Beträge, die etwa deine Kunden deinem Unternehmen schulden. Diese werden als Umlaufvermögen (Aktiva, Kontenklasse 1) eingeordnet und hier verbucht.

Wo im Kontenrahmen werden Steuern und Rückstellungen erfasst?

Bei Rückstellungen handelt es sich um die Bildung von Reserven für bekannte, kommende Ausgaben. Weisst du beispielsweise bereits beim Abschluss des aktuellen Geschäftsjahres, dass du zu Beginn des neuen Geschäftsjahres eine wesentliche Rechnung vom Wirtschaftsprüfer oder Anwalt erwartest, bist du verpflichtet, diesen Betrag realistisch zu schätzen und als Rückstellung zu verbuchen. Das Gleiche gilt für Einnahmen. Rückstellungen gehören zu der Kontenklasse der Passiven (2). Steuern sind die an den Staat abzuführenden Abgaben auf Umsatz, Gewinn und anderes. Da es verschiedene Arten von Steuern gibt, werden sie auch unterschiedlich verbucht. Mehrwertsteuer etwa ist ein sogenannten durchlaufender Posten in den Passiven (2). Direkter Steuern wiederum gehören zu den ausserbetrieblichen Erträgen und Aufwänden (8).

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